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Stand: 18.04.2016

Pressemitteilung

Erlaubt ist was gefällt

Ab Februar können auch Senioren aus Germersheim daran teilnehmen. Eine Kooperation des Caritas Altenzentrum, der Stadt Germersheim und des Vereins Interkultur macht er möglich.
 

Angestrebte Kooperation vom CAZ St. Elisabeth mit der Stadt Germersheim beim offenen MalenIrmgard Nuber

Irmgard Nuber hat gerade die Burg Trifels fertig gemalt, nun wagt sie sich mit Sabrina Höhne von der sozialen Betreuung zusammen an abstrakte Kunst. Noch verteilt die 95-jährige die Farbe eher zaghaft mit dem Pinsel, dann wird sie mutiger, zieht sich Handschuhe an, lässt sich von Künstler Emad Alsaren Farbe auf die Hand streichen und fängt an mit den Fingern und manchmal sogar mit der ganzen Hand zu malen. Wenn jemand näher kommt streckt sie ihm die grünen Hände hin, sagt „Buh!“ und lacht. Über Ihr Bild spricht sie noch nicht, sie müsse erst noch den Preis für das Kunstwerk festlegen, erklärt sie lachend. Neben der Seniorin sitzen noch mehr Bewohner des Altenzentrums am Tisch und malen. Manche allein für sich, andere mit einer Mitarbeiterin der sozialen Betreuung. Die einen sind ganz konzentriert oder verträumt, anderen ist der Spaß anzusehen. An der Wand hängen die vielen farbenfrohen Bilder vom letzten Mal. Im Dezember fand die Malstunde das erste Mal statt.

Angestrebte Kooperation vom CAZ St. Elisabeth mit der Stadt Germersheim beim offenen MalenEmad Alsaren und Michael Adveenko

„Ich finde,  das ist ein wunderbares Angebot, das ich gerne auch für die Senioren der Stadt Germersheim anbieten möchte.“, sagt Silke Hammer vom Seniorenbüro, die selbst Kunsttherapeutin ist. Ab Februar sollen nun alle Senioren, die Spaß am Malen haben, teilnehmen können. „Es ist uns wichtig, uns nach außen zu öffnen und einen Treffpunkt für Bewohner und Bürger von Germersheim und gemeinsame Aktionen anzubieten“, sagt Kirstin Fischer, Bereichsleitung Sozialer Dienst.
Die Idee für die Malstunden kommt ursprünglich vom „Verein Interkultur Germersheim“, dessen Haus in der Nähe des Caritas-Altenzentrums liegt. Anthony Tranter-Krstev erzählt von der Ausstellung, die der Verein mit dem Künstler Emad Alsaren, organisiert hat. Dieser lebt seit zwei Jahren in Deutschland und hat in Syrien Kunst und Innenarchitektur studiert. Zur Ausstellung gehörte unter anderem eine Malaktion mit Kindern, an der auch einige Senioren des Altenzentrums teilnahmen. Alsaren sah die Freude, die die Senioren am Malen hatten und schlug vor, regelmäßig ehrenamtlich Malaktionen mit den Bewohnern des Altenzentrums durchzuführen. Da Anthony Tranter-Krstev regelmäßig Bewohner Dieter Marz im Altenzentrum besucht, war der Kontakt schnell hergestellt und die erste Malstunde konnte stattfinden. Mit dabei ist auch der Germersheimer Künstler Hugo Weingardt.

Angestrebte Kooperation vom CAZ St. Elisabeth mit der Stadt Germersheim beim offenen Malen
Anfangs habe sie eher gemischte Gefühle gehabt, sagt Fischer. Es habe schon einmal ein Malangebot im Altenzentrum gegeben. Allerdings habe es da genaue Vorgaben gegeben und das sei bei den Senioren nicht so gut angekommen. „Hier ist erlaubt, was gefällt. Bei vorgegebenen Normen geht die Kreativität verloren“, sagt Annette Schenk, die Leiterin des Altenzentrums, die inzwischen selbst zum Pinsel gegriffen hat. „In der Schule habe ich da auch schlechte Erfahrung gemacht. Aber hier gibt es kein gut oder schlecht, hier macht es nur Spaß“.

Angestrebte Kooperation vom CAZ St. Elisabeth mit der Stadt Germersheim beim offenen MalenBürgermeister Marcus Schaile und eine Bewohnerin

Das merkt auch Bürgermeister Marcus Schaile, der gegen Ende der Malstunde zu Besuch kommt und gleich begeistert von Bildern ist. Auf den Tischen liegen nun Gemälde von Blumen, Vögeln, Gesichtern oder abstrakte Motive. Auffallend schön ist das Bild von Michael Adveenko. „Ich habe das nie gelernt, aber Malen war immer mein Hobby. Mein ganzes Zimmer hängt voller Bilder“, erzählt er. Auch Dieter Marz hat früher schon gemalt und dieses Mal ein Lokomotive aufs Papier gebracht. Dreidimensional, fast schon eine technische Zeichnung. Der Bürgermeister schlägt vor, die Bilder in einer Ausstellung im Stadthaus im späten Frühjahr zu zeigen. Auch im Altenzentrum sollen die Bilder gezeigt werden.
Dann ist sicher auch Irmgard Nubers Bild zu sehen. Das ist inzwischen fertig, sie hat es signiert und den Preis festgelegt: „3000 Euro. Und wenn es verkauft ist, fahren wir alle in den Urlaub“, sagt sie lachend.

Die nächsten Termine sind: Mittwoch, 14. Februar; Mittwoch, 14. März; Dienstag, 17. April, Dienstag, 15. Mai und Dienstag, 12. Juni jeweils um 14.30 Uhr im Caritas-Altenzentrum. Anmeldung für Senioren der Stadt Germersheim bei Silke Hammer vom Seniorenbüro, Tel. 07274 960-248 oder shammer@germersheim.eu