URL: www.st-elisabeth-cbs-speyer.de/aktuelles/presse/verrueckte-huehner-oder-doch-ganz-brave-engel-8f25c15d-fea6-44ab-866c-468dcce12bbb
Stand: 18.04.2016

Pressemitteilung

Verrückte Hühner oder doch ganz brave Engel?

Einmarsch der Delegation des Karnevalsvereins in schwarzen Hosen und roten JackenDelegation des Germersheimer Karnevalsvereins "Rhoischnooke".

Bei der Fasnachtsveranstaltung am "Schmutzigen Donnerstag" haben die Bewohner des Caritas-Altenzentrums St. Elisabeth ganz ungewohnte Seiten gezeigt. Seit Jahren kommt an diesem Tag eine Delegation des Germersheimer Karnevalsvereins "Rhoischnooke" ins hübsch dekorierte Altenzentrum und gestaltet zusammen mit den Mitarbeitern einen bunten Nachmittag für die Bewohner, denn zum Feiern ist man nie zu alt.

 

Prinzenpaar mit Sektgläsern sitzt am Tisch, daneben junge Frau in grünem Kleid mit KronePrinzessin Irmgard Nuber und Prinz Hans-Jürgen Paul 

Das finden auch die Hoheiten Prinzessin Irmgard Nuber (95) und Prinz Hans-Jürgen Paul (62). Die beiden sitzen an der königlichen Tafel und blicken huldvoll auf ihre feiernden Untertanen. Kurz zuvor waren sie von Einrichtungsleiterin Annette Schenk gekrönt worden. Rhoischnooke-Sitzungspräsident Peter Horn ließ es sich nicht nehmen, der schmucken Prinzessin nach der Verleihung des Karnevalsordens ein Küsschen auf die Wange zu drücken.

 

Zu einer echten Faschingsveranstaltung gehören nicht nur das Prinzenpaar, sondern auch Gardetänzerinnen mit ihren Tanzmariechen. Eine ganze Reihe junger Damen haben die Rhoischnooke mitgebracht: die Kindergarde verzauberte die Zuschauer mit ihrem Tanz. Alexia Rudi, Monique Kaufmann und Alisia Cambeis wirbelten als Tanzmariechen über die Bühne und bekamen für ihre akrobatischen Einlagen viel Beifall.

Wenig später tummelte sich plötzlich eine Reihe Hühner auf der Bühne. Erst kurz vor Weihnachten haben einige Bewohner des Altenzentrums zusammen mit Doris Theobald von der sozialen Betreuung einen Chor gegründet und fleißig für ihren Auftritt geprobt. Von Bewohner Herbert Rüffel auf der Mundharmonika begleitet sangen die als Hühner verkleideten Sängerinnen und Sänger: "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad". Tatsächlich hatten sie sogar den im Lied erwähnten "Nachttopf mit Beleuchtung" und die "Brille mit Gardine" dabei.

Szenenwechsel: durch wenige Handgriffe werden aus den Hühnern plötzlich Engel mit Heiligenschein die mit treuherzigem Blick "Wir kommen alle, alle in den Himmel" singen. Büttenreden dürfen auch auf keiner Fasnachtsveranstaltung fehlen. Doris Theobald schlüpft in die Rolle eines Wichtels, der in Pfälzer Mundart von den Missgeschicken junger Burschen erzählt. Monique Kaufmann ist nicht nur Tanzmariechen sondern auch noch die jüngste Büttenrednerin der Rhoischnooke. Als "Jackie" erklärte sie den Bewohnern wie das so ist, wenn man als Teenager mit komischen Eltern geschlagen ist. Eltern, die noch dazu gemeinsame Sache mit den Lehrern machen und für jede Situation einen dummen Spruch haben. "Ich bin doch nicht blöd, ich bin in der Pubertät", erklärt Monique, die besonders gerne im Altenzentrum auftritt, weil dort ihre Urgroßmutter wohnt.

Fasching St. Elisabeth 1Rhoischnooke, Mitarbeiter und Bewohner in der Polonäse

Für die Rhoischnooke gehört der Besuch in St. Elisabeth zu Fasnacht einfach dazu. "Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Das gehört zu unserem Sozialauftrag und es macht einfach Spaß hierherzukommen", sagt Gerhard Welauer vom Elferrat. Außerdem werde es von den Mitarbeitern so gut organisiert. Die sind an diesem Nachmittag aber auch ein echter Hingucker: Verkleidet als Froschkönigin, Haremsdame, Mäuschen oder Sträfling singen und schunkeln sie mit den Bewohnern.

 

Polonäse mit Mann im Rollstuhl durch den vollbesetzten Saal.Polonäse ist auch im Rollstuhl möglich.

Am Ende ziehen Rhoischnooke, Mitarbeiter und Bewohner in einer Polonäse durch den Saal und zeigen, dass das durchaus auch im Rollstuhl möglich ist.

Nach knapp zwei Stunden gab Sitzungspräsident Peter Horn dann doch das Kommando: "Ausmarsch!" "Jetzt schon? Ich will noch tanzen", bemerkte eine Bewohnerin, nutzte die allgemeine Aufbruchsstimmung, schnappte sich den Sträfling, alias Pflegedienstleiter Claudio Gruber, und legte mit ihm noch ein Tänzchen aufs Parkett.

Text und Foto: Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer.